Antwort auf den Reversé Artikel


Die an der Organisation der RIA beteiligten Personen waren sich einig, daran zu erinnern, dass die Grundwerte dieser Veranstaltung folgende sind: Staatskritik, Antiautoritarismus, Antikapitalismus, Feminismus, Kampf gegen die Diskriminierung von LGBTQIA+-Menschen, Antirassismus, Antimilitarismus, Kolonialisierungskritik, Kampf gegen Ableismus und Klassismus, gegen die Unterdrückung von Tieren und die Zerstörung des Lebendigen.

Wir wissen, dass der Telegram-Feed "Offtopic (Not Anarchy 2023)" von Personen getrollt wird, die Aussagen machen, die im Widerspruch zu diesen Werten stehen. Wir vertreten diese Äußerungen nicht und sind auch nicht dafür verantwortlich. Dieser Chat wird nicht moderiert. Er dient uns dazu, irrelevante Anfragen von unserem Telegram-Feed namens "Anarchy 2023" umzuleiten, der seinerseits dazu dient, Menschen über die Veranstaltung zu informieren. "Offtopic (Not Anarchy 2023)" ist ein Ventil, das uns ermöglicht, "Anarchy 2023" für alle offen zu halten. Wenn ihr die Moderation von "Offtopic (Not Anarchy 2023)" übernehmen möchten, könnt ihr euch gerne bei uns melden.

Was die für die RIA angebotenen Workshops auf Openki betrifft, so wurden diese bisher programmiert ohne ausreichend gefiltert zu werden. Wir haben festgestellt, dass einige Workshops nicht den oben genannten Werten entsprechen und diskriminierende oder andere Elemente enthalten, die diesen Werten schaden.

Wir haben beschlossen, eine neue Arbeitsgruppe zu bilden, um im Rahmen unserer Möglichkeiten die Beschreibungen und Referenzen der hunderten von angebotenen Workshops zu sichten. Einige Workshops werden daher in den kommenden Tagen abgesagt werden.

Was die Nutzung von Openki betrifft, so gibt es innerhalb der Organisation keinen Konsens. Wir haben sehr unterschiedliche Positionen zu dieser Art von digitalem Werkzeug. Openki wird bis zum Ende der Veranstaltung offen bleiben. Einige von uns werden die neuen Vorschläge vielleicht bis zum Beginn der RIA weiter beobachten. Und zwar im Rahmen ihrer Kapazitäten, die zunehmend kleiner werden. Es kann also sein, dass Workshops in letzter Minute ohne Begründung abgesagt werden, wenn sie diskriminierende Elemente enthalten oder wir sie für schädlich halten. Und es kann sein, dass uns schädliche Workshops entgehen.

Wir freuen uns über Beobachtungen, die uns bei dieser monumentalen Arbeit helfen. Ihr könnt alle Ergebnisse eurer Recherchen an die Adresse der Gruppe Workshops schicken: workshops@anarchy2023.org.

Oder ihr könnt die Ergebnisse direkt veröffentlichen, indem ihr auf die Schaltfläche "Problem melden" auf Openki klickt. Wir werden keine Zeit zum Antworten haben, aber wir werden unser Bestes tun, um alles zu lesen.

Der Text, der vor kurzem auf Renverse.co veröffentlicht wurde, scheint aus einer kolossalen Arbeit hervorgegangen zu sein und bringt nützliche Elemente mit sich, um den Ursprung und die Absichten einiger der angebotenen Workshops besser zu verstehen; er ist also eine wertvolle – wenn auch späte – Hilfe.

Es wäre konstruktiv gewesen, wenn ihr uns über diese Recherchen informiert hättet, indem ihr uns kontaktiert oder Kommentare auf Openki veröffentlicht hättet - so wie es andere Personen auf einen Workshop-Vorschlag des Kollektivs „Pièces et Mains d'Oeuvre“ getan hatten. Dank der Informationen dieser Kommentare haben wir das Kollektiv gebeten, nicht zu kommen.

Darüber hinaus ist dieser Text trotz der in der Einleitung geäußerten Absichten in Form einer Anklageschrift verfasst, die sich nicht um die Wahrheit bezüglich der belastenden Elemente bemüht und darauf abzielt, die Organisation der RIA zu diskreditieren. Es werden Dinge behauptet, die nicht stimmen, und Verbindungen erwähnt, die nicht existieren.

Unter anderem ist Gian Piero de Bellis dieses Jahr nicht Mitglied der Organisation und viele von uns möchten nicht, dass er Workshops organisiert.

Und was Chris Zumbrunn betrifft, so ist er ein Teil der Organisation. Er ist aber nicht der Einzige, der das Login mit seinem Namen verwendet. Er hat ein Dementi auf https://st-imier.org/stories/748 veröffentlicht.

Was die Aussage der Person namens Pieceofplastic betrifft, so ist die Realität aus unserer Sicht eine andere. Wir haben diese Person berücksichtigt und sie zu mehreren Treffen eingeladen. Sie kam zu einem Radio-Gruppentreffen, wo sie gebeten wurde, alle ihre Bedürfnisse darzulegen. Dennoch verschwand sie mit der Begründung, dass sie unter diesen Bedingungen nicht arbeiten könne, ohne zu erklären, welche diese Bedingungen waren und was wir anders hätten machen sollen.

Wenn die Redakteure des Artikels auf Renverse.co die Organisation kontaktiert hätten, hätten wir die Ergebnisse ihrer Untersuchung korrigieren oder widerlegen können. Wir hätten ihnen auch die Möglichkeit geben können, uns zu unterstützen - um die Pannen zu vermeiden, die wir unter anderem aufgrund von Zeitmangel und fehlenden Freiwilligen begangen haben.
Die an der Organisation der RIA beteiligten Personen bekennen, dass es innerhalb der internationalen anarchistischen Bewegung derzeit keinen starken Konsens zu einigen sehr wichtigen Themen gibt. Darunter zu Antispeziesismus, Covid, Technologie, Gewaltfreiheit, Verwendung von alternativen Devisen und Spiritualität.

Wir sind nicht der Meinung, dass diese Themen ausschließlich moralische Themen sind. Und wir glauben nicht, dass es derzeit sinnvoll ist, die Menschen je nach ihrem Standpunkt zu diesen Themen in "gute" und "schlechte" Anarchisten zu unterteilen. Wir glauben auch nicht, dass es derzeit konstruktiv ist, eine strikte Position zu jedem dieser Themen als die einzige auszugeben, die sich direkt und offensichtlich aus den oben genannten Werten ergibt. Wir sind der Meinung, dass dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf Puritanismus hinausläuft. Und somit nicht dazu führt, dass diese oben genannten Werte lebendiger werden und die Art und Weise verändern, wie Anarchisten die politischen und sozialen Entwicklungen, die auf uns zukommen, analysieren und verstehen.

Wir sind der Meinung, dass diese Themen heute unbedingt unter Menschen, die sich als Anarchisten bezeichnen, diskutiert werden müssen, um die Bewegung in Richtung einer synthetischeren Sicht der herrschenden Unterdrückung voranzubringen und um die Propaganda des Systems zu bekämpfen, die uns alle in unterschiedlichem Maße betrifft.

Während des Treffens wird ein großes Gebäude namens "ZAF" ständig offen stehen, in dem jede/r spontan Aktivitäten organisieren kann. Wir zählen auf die Eigenverantwortung und die kollektive Intelligenz, um diese Aktivitäten zu regulieren. Zusätzlich zu den Mitteilnehmer.innen stehen das Care-Team und die Mediationsgruppe auf Anfrage immer zur Verfügung.

Wir erinnern daran, dass es sich um ein antiautoritäres Treffen handelt, das in einer autoritären Welt voller Unterdrückungen stattfindet. Die an der Organisation beteiligten Personen sind im Vorfeld verantwortlich. Sie sind dafür verantwortlich, die oben genannten Werte unter Berücksichtigung der realen Bedingungen zu verteidigen, die notwendigen Entscheidungen so fair wie möglich zu treffen, Kritik anzuhören, ihre Privilegien in Frage zu stellen und ihr Bestes im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel zu geben. Außerdem sollten sie ihre eigenen Bedürfnisse respektieren. Sie sind nicht für den Zustand der Welt verantwortlich. Und nach dem Beginn der Veranstaltung sind wir alle für den Verlauf mitverantwortlich.

Wir ermutigen Personen, die sich mit bestimmten Themen gut auskennen, ihr Wissen vor Ort zu teilen. Wenn sie mit bestimmten Positionen nicht einverstanden sind, sollten sie das Wort ergreifen, widersprechen, debattieren und ihre Ideen weitergeben, um die kollektive Reflexion voranzutreiben. Wir hoffen, dass viele Menschen, die sich als Anarchisten bezeichnen, die RIA mit neuen Perspektiven bereichert verlassen werden.

Wie es in unserem Aufruf zur Veranstaltung heißt: "In einer Welt, die radikalen Protest immer besser zu neutralisieren scheint - zwischen Unterdrückung, Vereinnahmung und Kontrolle - erscheint es uns notwendig, uns als Anarchisten physisch zu treffen. Um kollektiv über die Themen nachzudenken, die uns wichtig sind, insbesondere über die politischen und sozialen Entwicklungen der letzten Jahre, und um weiterhin die Kritik zu vertiefen, die uns emanzipiert."

Die an der Organisation der RIA beteiligten Personen haben das Ziel, dass diese Themen unter den bestmöglichen Bedingungen behandelt werden können und dass Konflikte als Werkzeuge für Transformation, Horizonterweiterung und Entwicklung des Synthesegeistes dienen.

Zum Beispiel, indem ein Workshop über Covid angeboten wird, der unverblümt sowohl den Staat als auch den Ableismus, Rassismus und die Pharmaindustrie, Technologie, Szientismus und männliche Dominanz kritisiert.Dies stellt für uns einen echten Widerstand in Form von Taten gegen die Realität der Herrschaft dar.

Dies ist unser Ziel. Und nicht nur ein symbolisches Ziel – im Gegensatz zu der Haltung, Diskussionen über diese Themen zu vermeiden, sich mit Moral zu drapieren, einfach unter sich zu bleiben und zu lachen/zu kotzen, wenn man Dinge hört, mit denen man nicht einverstanden ist.

Unser Ziel ist politisch.

Das Care-Team der RIA möchte bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass wir im Gegensatz zu dem, was geschrieben wurde, E-Mails beantworten und uns bemühen, Lösungen zu finden, die die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen. Zögert also nicht, uns zu schreiben, wenn wir euch helfen können!

Das Care-Team besteht aus einer Handvoll Personen, die größtenteils als Frauen sozialisiert sind und in der Pflege arbeiten. Einige von ihnen haben gesundheitliche Probleme. Es sind also Menschen, die in ihrem Alltag bereits viel kostenlose Pflegearbeit leisten.

Diese Personen leisten für das Care-Team eine enorme ehrenamtliche Arbeit und tragen Tag für Tag eine wachsende psychische Belastung. Wir akzeptieren nicht, dass man sich an sie wendet, indem man ihre Absichten oder ihre Arbeit beleidigt. Und wir verstehen, dass sie nicht mehr reagieren, wenn sie beleidigt oder aggressiv angesprochen werden. Wir laden euch alle ein, darüber nachzudenken, wie die Last der Care-Arbeit in der heutigen Gesellschaft und in den Kollektiven verteilt ist.

Wir laden euch alle ein, über Verantwortung nachzudenken. Dabei machen wir die Unterscheidung zwischen der Verantwortung, die die Kollektive gegenüber den Individuen – entsprechend den Bedürfnissen jeder/s Einzelnen – übernehmen müssen und der Verantwortung, die jeder/m Einzelnen zukommt, so an „ihren/seinen“ Kollektiven teilzunehmen, dass man die Bedürfnisse der anderen Mitglieder berücksichtigt.

Es ist eine immense Arbeit, diese Veranstaltung so integrativ wie möglich zu gestalten. Das Care-Team ist immer auf der Suche nach Personen mit Pflege-Kompetenzen und Erfahrungen aus ähnlichen Veranstaltungen sowie nach Personen, die bereit sind, sich darin weiterzubilden. Wenn das auf dich zutrifft, zögere bitte nicht, uns zu kontaktieren. Wir brauchen deine Hilfe. Wir hoffen, dass viele Menschen, die zu dieser Veranstaltung kommen, bereits davon überzeugt sind, dass Pflege-Arbeit ein kollektives Problem ist und dass es notwendig ist, füreinander zu sorgen, indem wir gegen die uns eingetrichterten Vorurteile von Ableismus, Sexismus, Homophobie, Transphobie und Rassismus kämpfen.

Unser Gesundheitskonzept achtet auf alle Schwächen, insbesondere auf die Anfälligkeit für Infektionen, zu denen Covid natürlich gehört.

Komm nicht zu der Veranstaltung, wenn du Anzeichen einer übertragbaren Infektion aufweist.

Sei während der Veranstaltung aufmerksam.

Bitte achte auf deine eigenen Bedürfnisse und nimm die Bedürfnisse anderer wahr und lass uns versuchen, all diese Bedürfnisse in eine möglichst gerechte Rangfolge zu bringen. Wir alle sind das Care-Team!

Und bitte, mach mit, melde dich als Freiwillige.r.x an! Ohne Freiwillige können diese RIA ihre Ziele nicht erreichen. Eine selbstorganisierte Veranstaltung hängt zum großen Teil von den Teilnehmer.innen ab.

Die vom Care-Team verfasste Charta sowie das Gesundheitskonzept können auf der Website eingesehen werden, unter: https://anarchy2023.org/fr/info/careteam.

Bis in ein paar Tagen!